Untreue-Verdacht: Polizei durchsucht Stadttöchter
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.12.2025 16:09
Die Kriminalpolizei hat heute Morgen Büros der Gelsendienste und der Stadtmarketinggesellschaft in Gelsenkirchen durchsucht. Es geht um den Verdacht unrechtmäßiger Zusatzzahlungen an Mitarbeiter über mehrere Jahre.
- Verdacht auf Untreue und Veruntreuung
- Laut Betroffenen waren Zahlungen gängige Praxis
In Gelsenkirchen hat es heute Morgen große Durchsuchungen gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Räumlichkeiten der Gelsendienste im Hans-Sachs-Haus und der Stadtmarketinggesellschaft in der Altstadt unter die Lupe genommen. Auch Wohnungen ehemaliger Mitarbeiter in Gelsenkirchen, Herne und Mülheim wurden durchsucht. Der Verdacht: Untreue und unrechtmäßige Extra-Zahlungen über Minijobs, die es wohl nur auf dem Papier gegeben haben soll. Nach Erkenntnissen der WAZ sollen mindestens fünf Gelsendienste-Mitarbeiter, teilweise in Führungspositionen, zusätzlich Minijobs bei der Stadtmarketinggesellschaft gehabt haben, ohne diese anzumelden oder tatsächliche Leistungen zu erbringen. Diese Nebeneinkünfte seien den Gelsendiensten in Rechnung gestellt worden, sodass der städtische Entsorgungsbetrieb über Jahre zusätzlich zu den regulären Gehältern zahlte. Die Schadenssumme soll sich auf mindestens 175.000 Euro belaufen. Die Betroffenen bestreiten die Vorwürfe und erklären, das System sei gängige Praxis gewesen, um qualifizierte Zusatzarbeiten zu vergüten, die regulär nicht hätten bezahlt werden können. Die Ermittler haben Unterlagen und Datenträger sichergestellt – die Ermittlungen laufen.